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Nichtoperative Therapie der Schulter 

Erstellung eines individuellen Behandlungsplans mit Verordnung zur physikalischen Therapie und Physiotherapie

Nach Diagnosestellung erfolgt die Erstellung Ihres Therapieplanes. Wichtiger Baustein ist die entsprechende physikalische Therapie und Physiotherapie. Sie erhalten von uns entsprechende Rezepte. Sollten Fragen Ihres Therapeuten bestehen, stehen wir diesen jederzeit zur Verfügung, um unsere Therapievorstellungen zu erläutern.

Therapieplan bei sportartspezifischen Überlastungsschäden

Unter Kenntnis der sportartspezifischen Belastung wird die Untersuchung durchgeführt. Sollten spezielle Muskeltests notwendig werden, arbeiten wir in enger Kooperation mit dem Institut für Sportmedizin der Universitätsklinik Münster zusammen. Der Therapieplan wird entsprechend ausgerichtet, um eine frühe und sichere Rückkehr zur sportartspezifischen Belastung zu gewährleisten. Sollte eine Operation notwendig werden, werden auch die Besonderheiten des Sportlers als Patient berücksichtigt.

Pharmakotherapie Schulter

Zum Einsatz kommen in der Regel nichtsteroidale Antirheumatika. Sie unterstützen sowohl die nichtoperative Therapie als auch die Rehabilitation nach Operationen. Kurzfristig können auch stärkere Schmerzmittel (Analgetika) eingesetzt werden. Ausnahme bildet die Schultersteife, die in einzelnen Stadien kurzfristig mit Cortison behandelt werden kann.

Injektionstherapie Schulter

Es gelten auch im Bereich Schulter die allgemeinen Informationen zur Injektionstherapie. Zu unterscheiden sind Injektionen in den Subacromialraum, in das Schulterhauptgelenk und das Schultereckgelenk. Die Wahl entscheidet sich nach dem vorliegenden Krankheitsbild. Zusätzlich können Injektionen im Hals-Nacken-Bereich durchgeführt werden, um Spannungs- und Schmerzzustände der Muskulatur zu behandeln. In der nichtoperativen Therapie werden die Injektionen durchgeführt um aktivierte Arthrosen, Schleimbeutelentzündungen im Rahmen von Engpass-Syndromen, Gelenkinnenhautentzündungen und Sehnenüberlastungen zu behandeln.

Operative Therapie 

Impingement-Syndrom (Behandlung)

Verschiedenste akute und chronische Schädigungen im Bereich der Schulter können oft ein schwer zu unterscheidendes Krankheitsbild mit den Leitsymptomen Schmerz, Bewegungseinschränkung, Instabilität und Kraftverlust hervorrufen. Durch die genaue Befragung und klinischer Untersuchung, gepaart mit röntgenologischer, sonographischer und evtl. kernspintomographischer Abklärung gelingt es dem Schulterspezialisten die richtige Diagnose zu stellen.

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Sie ist die zentrale Verbindung zwischen Rumpf und Hand. Nur bei intakter schmerzfreier Schultergelenksfunktion ist es dem Menschen möglich seine Hand als wertvolles Werkzeug in allen Ebenen voll einzusetzen. Eine intakte Schulterfunktion setzt also die richtige Balance zwischen Mobilität und Stabilität voraus. Dies wird durch einen komplexen verletzungsanfälligen Aufbau der Gelenke erreicht, bei der die Rotatorenmanschette einen zentralen Punkt einnimmt.

Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier zusammenhängenden Muskeln und Sehnen, die vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen. Diese Muskelsehnenplatte stabilisiert den Arm gegen den Oberkörper, hebt den Arm zur Seite und dreht ihn nach innen und außen.

Eine der häufigsten Erkrankungen ist das sog. Impingement-Syndrom (Engpass-Syndrom). Der Gleitvorgang der Sehnenplatte unter dem Schulterdach ist behindert und löst Schmerzen aus.

Dies kann durch eine knöcherne Enge ausgelöst sein, z.B. ein hakenförmiges Schulterdach oder knöcherne Ausziehungen unter dem Schultereckgelenk.

Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Die Tendinosis calcarea der Rotatorenmanschette hat sich heutzutage als eigenständiges Krankheitsbild herausgestellt. Therapieverfahren wie die arthroskopische Kalkdepotentfernung und die extrakorporale Stoßwellentherapie haben das Interesse in den vergangenen Jahren neu geweckt.
Als häufige Ursache von Schulterbeschwerden tritt die Kalkschulter typischerweise zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.
Klinisch präsentiert sich die Kalkschulter abhängig vom Erkrankungsstadium variabel. Dabei unterscheidet man eine akute von einer chronischen Phase. Das Kardinalsymptom der akuten Phase sind plötzliche, heftige Schmerzen über einen Zeitraum von 2 bis 3 Wochen. Die Schulter ist auch in Ruhe schmerzhaft, ggf. geschwollen und überwärmt. Der Patient hält den Arm in einer Schonhaltung nahe am Körper und in Innenrotation. Klassisch ist die ausgeprägte Nachtschmerzsymptomatik, ehe die Schmerzen allmählich bis zur völligen Beschwerdefreiheit wieder abklingen. Im Rahmen einer Postkalzifikationstendinitis kann es zu einer Beschwerdepersistenz über Monate hinweg kommen.
Langsam zunehmende Schmerzen mit Ausstrahlung zum Deltaansatz oder in den Oberarm charakterisieren die chronische Phase der Tendinosis calcarea. Nachtschmerzen verhindern, dass der Patient auf der betroffenen Seite liegen kann. Inspektorisch ist die Schulter unauffällig und frei beweglich. "Painful arc-" und Impingementzeichen sind positiv. Die isometrische Krafttestung ist schmerzhaft, wobei die Schwäche schmerzreflektorisch bedingt nur vorgetäuscht ist. Im Rahmen der Bildgebung kann die Sonographie wichtige Hinweise auf die Lokalisation des Kalkdepots geben und eine mögliche Begleitbursitis erkennen. Zur Routinediagnostik der Tendinosis calcarea ist das Nativ-Röntgen jedoch geeigneter.

Therapie

Bei der Therapiewahl gilt es den natürlichen selbstlimitierenden Verlauf der Kalkschulter zu berücksichtigen. Dabei spielt die Stadieneinteilung eine entscheidende Rolle. Im Rahmen eines entsprechenden Stufenkonzeptes sollte die Behandlung initial konservativ sein. Diese zielt zunächst auf eine Schmerzreduktion mit Hilfe von subacromialen Cortisoninfiltrationen und antiphlogistischen Medikamenten hin. Der Wert einer krankengymnastischen Behandlung im akuten bzw. subakuten Stadium ist eher zurückhaltend zu beurteilen, da es durch die mechanische Reizung häufig zu einer Beschwerdeprogredienz kommt.
Als zweite Therapiestufe kommt in Einzelfällen das so genannte Needling des Kalkdepots, d. h. die Punktion des Kalkdepots mit einer Kanüle unter Röntgen- oder Ultraschallkontrolle, zum Einsatz. Insgesamt scheinen sich jedoch weder Resorptionsraten noch klinische Ergebnisse wesentlich von denen der konservativen Therapie zu unterscheiden.
Alternativ als zweite Therapiestufe hat sich in den letzten Jahren als nicht-invasives Verfahren die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) entwickelt. Dieses seit über 2 Jahrzehnten aus der Urologie bekannte Verfahren wurde von Loew mit viel versprechenden Ergebnissen auf das Krankheitsbild der Kalkschulter übertragen. Dennoch liegen die in der Literatur angegebenen Resorptionsraten im Bereich des Spontanverlaufs, so dass der endgültige Stellenwert des Verfahrens immer noch nicht eindeutig geklärt ist.

Nach ausschöpfen der konservativen Therapiemaßnahmen gilt heute die arthroskopische Kalkentfernung als sicherste und effektivste Behandlungsform. Ziel und primäres Erfolgskriterium ist die Entfernung des Kalkdepots. Der Vorteil der arthroskopischen Technik gegenüber der offenen Kalkentfernung liegt in einer geringeren Morbidität, kürzeren Rehabilitation und früheren Arbeitsaufnahme. Eine ergänzende Akromioplastik sollte nur im Fall eines subacromialen Engpasses mit entsprechender Impingementsymptomatik durchgeführt werden.

Symptome

Der Patient leidet unter Ruhe- und Bewegungsschmerz. Die Schmerzen treten verstärkt bei Überkopfarbeiten oder beim Sportler während der Wurfbewegung auf. Es werden auch stechende einschießende Schmerzen am seitlichen Oberarm empfunden. Häufig wird über Nachtschmerz geklagt, liegen auf der erkrankten Schulter ist nicht mehr möglich. Die Patienten berichten oft über eine lange Krankheitsgeschichten, die sich über Jahre hinstrecken.

Behandlung

Die Behandlung muss der bei Ihnen vorliegenden Form des Impingementsyndroms angepasst werden. Wir beginnen in der Regel mit nicht operativen Behandlungsmaßnahmen. Das sind neben entzündungshemmenden Medikamenten oft Injektionstherapien. Begleitend wird eine physiotherapeutische Behandlung verordnet, die speziell auf Ihr Krankheitsbild abgestimmt ist. Sollte diese Therapie über längere Zeit zu keinem befriedigenden Erfolg führen, muss über operative Maßnahmen nachgedacht werden.

Behandlungsziel

Ziel der operativen Behandlung ist das Wiederherstellen des freien Gleitverhaltens der Sehne unter dem Schulterdach.

Operationstechnik

Die Arthroskopie, das heißt die Gelenkspiegelung, ist für uns Therapie der ersten Wahl. Die Kamera wird zunächst über einen kleinen Schnitt von hinten in das Schultergelenk eingeführt, um eine möglichst genaue Diagnostik durchzuführen. Ein zweiter Zugang wird angelegt um Arbeitswerkzeuge in die Schulter einzuführen. Alle Bereiche des Gelenkes werden betrachtet und mit dem Tasthaken überprüft. Liegt eine Erkrankung im Gelenk vor, kann diese direkt behandelt werden.

Dann wechseln wir in den Subacromialraum. Die Sicht dort ist zumeist durch entzündliches Schleimbeutelgewebe behindert, so dass dieser teilweise entfernt werden muss. Meist erfolgt dann die Vergrößerung des subacromialen Gleitraumes durch die Entfernung der knöchernen Veränderungen des Schulterdaches mit Hilfe einer motorgetriebenen Präzisionsfräse. Der Reizzustand kann sich zurück bilden. Diese Operation heißt "endoskopisch subacromiale Dekompression", kurz ESD. Die Teileinrisse der Sehne können geglättet und stabilisiert werden.

Nachbehandlung

Die Operation kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Nach der Operation ist der Arm frei beweglich, sie fangen sofort mit entsprechender Krankengymnastik an. Für ca. 10 Tage empfehlen wir schwellungsreduzierende Medikamente die auch Schmerz mindernd wirken. Die Nachbehandlung kann durch den Hausarzt, Orthopäden oder uns erfolgen. Leichte Arbeiten sind nach 2 Wochen, leichtere Überkopfarbeit nach 6 Wochen und schwere körperliche Arbeit nach 10-12 Wochen möglich. Die Wiederaufnahme des Sports ist sportartspezifisch abzusprechen, es sind in der Regel zwischen 4 und 6 Wochen einzuplanen.

Rotatorenmanschettenerkrankungen (Behandlung) 

Verschiedenste akute und chronische Schädigungen im Bereich der Schulter können oft ein schwer zu unterscheidendes Krankheitsbild mit den Leitsymptomen Schmerz, Bewegungseinschränkung, Instabilität und Kraftverlust hervorrufen. Durch die genaue Befragung und klinischer Untersuchung, gepaart mit röntgenologischer, sonographischer und evtl. kernspintomographischer Abklärung gelingt es dem Schulterspezialisten die richtige Diagnose zu stellen.

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Sie ist die zentrale Verbindung zwischen Rumpf und Hand. Nur bei intakter schmerzfreier Schultergelenksfunktion ist es dem Menschen möglich seine Hand als wertvolles Werkzeug in allen Ebenen voll einzusetzen. Eine intakte Schulterfunktion setzt also die richtige Balance zwischen Mobilität und Stabilität voraus. Dies wird durch einen komplexen verletzungsanfälligen Aufbau der Gelenke erreicht, bei der die Rotatorenmanschette einen zentralen Punkt einnimmt.

Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von vier zusammenhängenden Muskeln und Sehnen, die vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen. Diese Muskelsehnenplatte stabilisiert den Arm gegen den Oberkörper, hebt den Arm zur Seite und dreht ihn nach innen und außen.

Ursprung der Sehnenrisse ist die dauernde Einengung und Reizung der Sehnenplatte, dem chronisch subacromialen Impingement-Syndrom. Später entstehen Teileinrisse, die sich zu kompletten Rissbildungen ausdehnen können. Zweite Möglichkeit des Sehnenrisses ist ein Unfall, meist liegen schon Veränderungen in der Sehne vor, so dass eine geringe Kraft ausreicht, um die Sehne zu zerreißen. Je älter sie sind, desto häufiger findet man solche Sehnenrisse. Liegt ein vollständiger Riss der Sehne vor, muss geprüft werden, ob die Sehne genäht werden kann. Sollte dies möglich sein, wird entschieden in Abhängigkeit der Rissform in welcher Art die Naht durchgeführt wird.

Symptome

Der Patient leidet unter Ruhe- und Bewegungsschmerz, Schnappen und Reiben kann verspürt werden. Die Schmerzen treten verstärkt bei Überkopfarbeiten auf. Es werden auch stechende einschießende Schmerzen am seitlichen Oberarm empfunden. Häufig wird über Nachtschmerz geklagt, liegen auf der erkrankten Schulter ist nicht mehr möglich. Sollte die RM gerissen sein, erleben sie zum Teil eine erhebliche Funktions- und Krafteinschränkung. Besteht der Riss längere Zeit, kann eine fast vollständige Funktionslosigkeit des Armes bestehen. Die Patienten berichten oft über eine lange Krankheitsgeschichten, die sich über Jahre hinstrecken.

Untersuchung

Klicken Sie hier, um das Video abzuspielen!Für den Schulterspezialisten ist es selten schwer den vollständigen Sehnenriss festzustellen. Dazu gehört die genaue Befragung des Patienten, schon hier kann eine enge Eingrenzung des Krankheitsbildes erfolgen. Es schließt sich die klinische Untersuchung an, wir wählen unter den zahlreichen Tests die wichtigsten Untersuchungstechniken aus, um Ihr Schultergelenk richtig zu beurteilen. Die Sonografie gehört zur Standarduntersuchung, sie gibt wichtige Informationen über den gesamten Weichteilmantel, Größe der Rissbildung und erlaubt uns eine dynamische Untersuchung. Das Röntgenbild klärt die knöcherne Situation, es zeigt Veränderungen auf, die ggfs. behandelt werden müssen. Sollten noch weitere Informationen notwendig sein, ist in der Regel die Kernspintomografie die Untersuchung der Wahl.

Behandlung

Die Behandlung muss der bei Ihnen vorliegenden Rissform angepasst werden. Es gibt Risse, die zunächst ohne Operation versorgt werden können. In der Regel sind jedoch Operationen notwendig um ein ausreichendes Behandlungsziel zu erreichen. Die Entscheidung dazu wird genau mit Ihnen besprochen und getroffen.

Behandlungsziel

Ziel der operativen Behandlung ist das Wiederherstellen des freien Beweglichkeit, der vollständigen Kraft und Schmerzfreiheit.

Operationstechnik

Therapie der Wahl ist die Arthroskopie, das heißt die Gelenkspiegelung. Die Kamera wird zunächst über einen kleinen Schnitt von hinten in das Schultergelenk eingeführt, um eine möglichst genaue Diagnostik durchzuführen. Ein zweiter Zugang wird angelegt um Arbeitswerkzeuge in die Schulter einzuführen. Alle Bereiche des Gelenkes werden betrachtet und mit dem Tasthaken überprüft. Die Rissform und -größe wird beurteilt, weiter die Qualität des Sehnengewebes sowie die Mobilität der Sehnenplatte.

Sollte die Sehne zu nähen sein, werden weitere Zugänge angelegt um mit verschiedenen Spezialinstrumenten die Operation durch zuführen. Diese kann oft arthroskopisch durchgeführt werden, als "Schlüsselloch-Operation" ohne Schnitt. Nicht immer ist dies möglich, gerade bei größeren Rissen ist es notwendig eine offene Operation durch zuführen.

Liegen sehr große Risse vor, können Muskellappen versetzt werden um die fehlenden Sehnen an der Schulter zu ersetzen. Dies ist jedoch nur selten möglich und trifft nur wenige Patienten. Leider gibt es Situationen, wo eine Sehnennaht nicht mehr möglich, hier werden Maßnahmen ergriffen, die zwar eine gute Verringerung der Schmerzhaftigkeit erzielen können, die Funktion bleibt bei dieser Art der Eingriffe bleibt aber eingeschränkt.

Nachbehandlung

Die Operation kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Sie erhalten für 6 Wochen einen Schlingenverband, den Sie ständig tragen müssen. Nach der Operation ist der Arm frei passiv beweglich, sie fangen sofort mit entsprechender Krankengymnastik an. Sie selbst dürfen den Arm nicht einsetzen. Für ca. 14-21 Tage empfehlen wir schwellungsreduzierende Medikamente, die auch schmerzmindernt wirken. Die Nachbehandlung kann durch den Hausarzt, Orthopäden oder uns erfolgen. Zur Kontrolle des Opertionsergebnisses empfehlen wir eine Wiedervorstellung 6 Wochen nach der Operation. Insgesamt ist die Nachbehandlung langwierig und aufwendig, sie zieht sich oft über 6 Monate hin. Bürotätigkeiten können nach 8-10 Wochen wieder aufgenommen werden, körperliche Arbeiten nach ca. 5-6 Monaten. Dann wird aber in der Regel ein gutes Bewegungsausmass mit guter Kraft erreicht sein.

Schulterinstabilität 

Das Schultergelenk ist von allen Gelenken am häufigsten von Ausrenkungen (Luxation) betroffen. Das Gelenk ist im Gegensatz zu anderen großen Gelenke weichteilgeführt. Das Heißt, dass die umgebenden Weichteile für die Stabilität sorgen, nicht etwa knöcherne Strukturen. Das Schultergelenk ist aber auch das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers, so dass die richtige Balance zwischen Mobilität und Stabilität gefunden werden muss. Man muss drei verschiedene Instabilitätsformen unterscheiden um die richtige Behandlungsart zu wählen.

1. Traumatische Schulterinstabilität
Hier liegt ein Unfall zugrunde bei dem die Schulter ausgekugelt ist. In der Regel erfolgt das Wiedereinrenken im Krankenhaus. Kugelt die ein zweites Mal aus, liegt eine Instabilität vor.

2. Atraumatische Schulterinstabilität
Ursache ist hier eine angeborene zu gute Beweglichkeit des Gelenkes mit einer zu weiten Gelenkkapsel. Das Auskugeln der Schulter passiert ohne Unfall, bei Alltagsbewegungen oder im Schlaf.

Dem Patienten gelingt oft selbst die Schulter wieder einzurenken.

3. Willkürliche Schulterinstabilität
Der Patient kann seine Schulter nur durch Muskelzug ausrenken. Dies ist aber eine sehr seltene Form der Schulterinstabilität.

Symptome

Der Patient berichtet über den Hergang der ersten Schulterluxation. Es ist genau zu erfragen, ob ein Unfall vorliegt oder nicht. Wie wurde die Schulter wieder eingerenkt? Wie oft ist die Schulter ausgerenkt? Wie hoch ist die Überkopfbelastung? Dies sind wichtige Fragen um die Art der Schulterinstabilität festzulegen.

Untersuchung

Es gibt zahlreiche Tests die es uns erlauben die verschiedenen Formen einer Schulterinstabilität zu unterscheiden. Wichtig sind entsprechende Röntgenbilder, die als Spezialaufnahmen angefertigt sein müssen, um Veränderungen der Knochen zu zeigen. Selten ist eine Computer- oder Kernspintomographie notwendig.



Behandlungsziel

Ziel der Behandlung ist eine frei bewegliche und stabile Schulter, die alle Funktionen erlaubt.

Behandlung

Die Behandlung hängt entscheidend von der Form der Instabilität ab.

1. Traumatische Schulterinstabilität
Wir führen die Operation in der Mehrzahl der Fälle arthroskopisch durch, das in der "Schlüssellochtechnik". Die durch Ausrenken abgerissenen Kapsel-Band-Strukturen werden mit speziellen Knochenankern wieder angenäht.

Klicken Sie hier, um das Video abzuspielen!2. Atraumatische Schulterinstabilität
Zuerst versuchen wir ohne eine Operation zu behandeln. Der Patient durchläuft ein intensives Rehabilitationsprogramm, um durch Kräftigung der Muskulatur der Instabilität entgegen zuwirken. Sollte dies nicht gelingen, erfolgt auch hier eine arthroskopische Operation. Man versucht die weite Kapsel zu verkleinern, dies erreicht man durch besondere Nahttechniken.

In seltenen Fällen führen wir auch offene Operationen durch, besonders in Fällen bei denen schon zuvor Operationen ohne Erfolg durchgeführt wurden.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt zuerst im Schlingenverband, je nach Art der Instabilität zwischen 3 und 6 Wochen. Dann folgt eine Zeit der intensiven Krankengymnastik, um langsam die Beweglichkeit wiederherzustellen. Kontaktsport ist bis zu einem halben Jahr nach der Operation nicht erlaubt.

Schultergelenksarthrose/Gelenkersatz (Endoprothetik) (Behandlung) 

Der Verschleiß des Schultergelenkes wird als Omarthrose bezeichnet. Im Vergleich zur Arthrose des Knie- oder Hüftgelenkes tritt diese viel seltener auf, bittet aber ein sehr ähnliches Bild. Es findet sich eine Zerstörung der Gelenkflächen, was zur Deformierung mit schmerzhafter Bewegungseinschränkung führt.

Es gibt aber auch andere Erkrankungen die den Einsatz eines künstlichen Schultergelenkes notwendig machen. Dort steht zum einen die Rheumatoide Arthritis. Das Schultergelenk ist häufig im Verlauf betroffen, oftmals sollte früh an einen künstlichen Gelenkersatz gedacht werden. Die Humeruskopfnekrose ist eine Erkrankung, die durch eine Minderdurchblutung des Oberarmkopfes zur Zerstörung der Knochensubstanz führt. Bei der so genannten Defektarthropathie besteht ein länger zurück liegender Riss der Rotatorenmanschette. Durch die fehlende Zentrierung entsteht ein Gelenkverschleiss, der zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen führt.

Symptome



Die Erkrankung hat einen langsamen schleichenden Verlauf. Zuerst bestehen belastungsabhängige Schmerzen, dann Ruheschmerzen. Später kommt es zu stark schmerzhaften Bewegungseinschränkungen.

Behandlungsziel

Behandlungsziel ist die Schmerzreduktion mit verbesserter Schultergelenks-funktion. In Abhängigkeit vom Ausgangsbefund kann nicht immer eine vollständige Schmerzfreiheit und freie Beweglichkeit erreicht werden, eine wesentliche Verbesserung ist aber in der Regel zu erreichen.

Behandlung



Ist eine konservative Therapie mit Tabletten, Spritzen und Krankengymnastik nicht mehr ausreichend, sollte früh an einen künstlichen Gelenkersatz gedacht werden. Der Erfolg der Operation ist abhängig vom Zustand der Weichteile (Sehnen, Muskeln und Bänder) die die Schulter umgeben. Daher sollte der richtige Zeitpunkt für den künstlichen Gelenkersatz nicht verpasst werden. Je nach Erkrankung und Zustand des Gelenkes werden Gelenkkopf und Gelenkpfanne erneuert. Es kommt eine Schulterprothese der neusten Generation zur Anwendung (UniversTM 3D-Schulterprothese), die uns erlaubt, individuell Ihre speziellen Gelenkverhältnisse wiederherzustellen.

Sollte ein großer Defekt der Rotatorenmanschette zur Arthrose geführt haben, müssen wir eventuell auf eine andere Prothesenform ausweichen, ein inverses Prothesensystem. Durch das spezielle Prothesendesign wird die noch vorhandene Schultermuskulatur genutzt, um eine verbesserte schmerzreduzierte Funktion zu erreichen.

Nachbehandlung

Die Operation wird unter stationären Bedingungen durchgeführt. Sie verbleiben etwa 7 Tage in der Raphaelsklinik. Für 3 Tage erhalten Sie einen Schlingenverband, dann bis Ende der vierten Woche ein Kissenverband. Die krankengynmastischen Übungen beginnen am Tag nach der Operation, Sie erhalten bei Entlassung einen genauen Nachbehandlungsplan, damit Ihr Physiotherapeut gezielt mit Ihnen weiter arbeiten kann. Nach 6 Wochen bieten wir um Wiedervorstellung mit Kontrolle durch ein Röntgenbild. Es finden weitere regelmäßige Kontrollen statt, um den richtigen Sitz der Prothese zu kontrollieren. Die Nachbehandlung ist aufwendig, die Zeit der Arbeitsunfähigkeit ist mit mindestens 6 Wochen zu beziffern.

Frakturen 

Einer der häufigsten Knochenbrüche des Schultergürtels ist der Bruch des Oberarmkopfes. Frauen sind häufiger als Männer betroffen. Die Art der Behandlung hängt von Schwere des Knochenbruches ab. Die Behandlung variiert zwischen Behandlung ohne Operation, Operation mit Wiederherstellung des Oberarmkopfes und künstlichem Ersatz des Oberarmkopfes.



Behandlungsziel

Die Erstversorgung findet in der Regel nicht in der Praxis statt. So sehen wir oftmals Zustände nach Erstversorgung, die in der Regel durch ein Krankenhaus durchgeführt wurde. Ziel unserer Behandlung ist die Wiederherstellung einer schmerzfreien Beweglichkeit.

Operationstechnik

Liegt eine schwere Zerstörung des Oberarmkopfes vor, erfolgt der Gelenkflächenersatz durch eine spezielle Oberarmkopfprothese, die UniversTM Frakturprothese. Die Prothese kann die bestehenden Knochen- und Höhenverluste ausgleichen, weiter können an der Prothese wichtige knöcherne Strukturen fixiert werden. Dies sind die Rollhügel an denen die Sehnenstrukturen ansetzen, diese zu erhalten ist wichtig, um eine gute Schulterfunktion zu erreichen.



Nachbehandlung

Die Nachbehandlung ist langwierig und aufwendig. Da die knöchernen Strukturen empfindlich sind und deren Festigkeit erst während der Operation geprüft werden kann, muss nach der Operation die Nachbehandlung festgelegt werden. Es ist aber in der Regel mit mindestens 10 Wochen zurechnen.

Schultersteife 

Die Schultersteife ist ein eigenständiges Krankheitsbild. Grundsätzlich kann man zwei Formen, die primäre und sekundäre Schultersteife, unterscheiden. Die primäre Schultersteife entsteht ohne offensichtliche Ursache, die sekundäre kann Folge einer Operation, Entzündung, eines Unfalles oder einer längeren Ruhigstellung sein. Obwohl die Ursachen unterschiedlich sind, ist der Verlauf der Schultersteifen ähnlich.

Symptome

In der ersten Phase treten Schmerzen und Verlust der Beweglichkeit auf. Langsam lassen die Schmerzen nach, durch die weitere Schrumpfung der Gelenkkapsel zeigt sich in der Untersuchung eine hochgradige Einschränkung der Beweglichkeit. Die Erkrankung kann sich in der dritten Phase langsam zurück bilden, so dass eine normale Beweglichkeit resultiert. Das kann bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Behandlungsziel

Das Behandlungsziel ist die völlige Wiederherstellung der freien Beweglichkeit des Schultergelenkes.

Behandlung

In den frühen Phasen kann versucht werden mittels eines Cortison-Stufenschemas medikamentös zu behandeln. Die Behandlung dauert ca. 3 Wochen, anschließend erfolgt eine intensive Physiotherapie, um die Beweglichkeit wiederherzustellen.

Gelingt dies nicht ausreichend, empfehlen wir die Durchführung einer Arthroskopie. Es wird arthroskopisch die geschrumpfte Gelenkkaspel durchtrennt, bis das Gelenk frei beweglich ist. Dann wird sofort die Bewegungstherapie intensiv durchgeführt, um die gewonnene Beweglichkeit zu erhalten. Die Nachbehandlung ist arbeitsintensiv, wichtig ist ein Heimprogramm, das Sie selbsttätig durchführen müssen. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit beträgt nach einer solchen Operation ca. 4 bis 6 Wochen.

Anmerkung
Aufgrund der hohen Dokumentlänge bieten wir Ihnen unterhalb stehend alle Punkte zur Direktnavigation an.

Nichtoperative Therapie der Schulter
Impingementsyndrom
Rotatorenmanschettenerkrankungen
Schulterinstabilität
Schultergelenksarthrose/Gelenkersatz (Endoprothetik)
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Schultersteife